46. Mon­tags­de­mons­tra­ti­on am 14.05.2012 in Fried­richs­ha­gen

„Ber­lin kriegt kei­nen hoch“ , „Flug­ha­fen Wil­ly Brand(t)schutz“, „Fluch­ha­fen von Ber­lin“, „Arm, sexy und nun auch noch däm­lich?“ – dies sind nicht etwa Stim­men der  Flughafen-kritischen Bür­ger­initia­ti­ven, son­dern wenig schmei­chel­haf­te Schlag­zei­len und Kom­men­ta­re der regio­na­len und über­re­gio­na­len Pres­se. Seit dem 8. Mai 2012 mit­tags über­schla­gen sich die Ereig­nis­se zum The­ma BER. Dies ist der Tag, an dem der  vom BER-Aufsichtsrat und Regie­ren­den Bür­ger­meis­ter mit aller Macht for­cier­ten Eröff­nungs­ter­min 3. Juni end­gül­tig Maku­la­tur wird. Und nun schlägt selbst die FAZ vor, dass Ber­lin es doch bes­ser ganz blei­ben las­sen sol­le, den BER zu eröff­nen.

Was war gesche­hen?

Offi­zi­ell wur­de als Begrün­dung ange­ge­ben, dass der Brand­schutz lei­der noch nicht ganz fer­tig war, weil der­zeit „kein voll­au­to­ma­ti­scher Betrieb der Ent­rau­chungs­an­la­ge“ mög­lich sei, die bis­her über­haupt nur zu 85% gebaut wur­de, wie die Ber­li­ner Zei­tung schrieb. Doch das erwies sich schnell als die sprich­wört­li­che Spit­ze des Eis­ber­ges. Denn der nagel­neue Ter­mi­nal ver­fügt über 3.000 Türen, die nor­ma­ler­wei­se auto­ma­tisch geöff­net und geschlos­sen wer­den. Wie gesagt – nor­ma­ler­wei­se. Nicht aber am BER: Dort wur­de bereits am 4. April ein Antrag gestellt, 700 Aus­hilfs­kräf­te ein­zu­stel­len, um die Türen im Bedarfs­fall von Hand zu schlie­ßen. Da bekommt das oft zitier­te „Job­wun­der Schö­ne­feld“ doch gleich eine ganz neue Bedeu­tung…

Doch das ist noch nicht alles. Mitt­ler­wei­le zitie­ren Spie­gel und Focus Gut­ach­ten, in denen davon die Rede ist, dass der Flug­ha­fen aktu­ell nur zu 52% ein­satz­be­reit ist. Schnee­pflü­ge, die bereits von Tegel nach Schö­ne­feld trans­por­tiert wur­den, wur­den zwi­schen­zeit­lich zurück nach Tegel geholt. Man geht also von einem deut­lich spä­te­ren Eröff­nungs­ter­min aus.

CDU-Fraktionsvorsitzende Sas­kia Lud­wig for­dert umge­hend die Pla­nung eines zwei­ten Flug­ha­fen­stand­or­tes

Die CDU-Fraktionsvorsitzende in Bran­den­burg, Sas­kia Lud­wig for­der­te in der Welt online am 9.05.2012 umge­hend die Pla­nung eines zwei­ten Flug­ha­fen­stand­or­tes, denn schon jetzt sto­ße der noch gar nicht eröff­ne­te Air­port an sei­ne Kapa­zi­täts­gren­zen.

Letz­ten­en­des ist das Single-Airport-Konzept noch vor sei­ner Voll­endung geschei­tert und gilt inter­na­tio­nal bereits als Pla­nungs­feh­ler.

Harald Mar­ten­stein schrieb dazu im Tages­spie­gel: “ Ein ein­zi­ger Flug­ha­fen ist näm­lich, wie sich über­ra­schend her­aus­ge­stellt hat, zu wenig für unse­re Regi­on, das heißt mit der Schlie­ßung von Tem­pel­hof und dem­nächst Tegel war man ein wenig vor­ei­lig. Bei­de Schlie­ßun­gen sind aber nicht mehr zurück­zu­neh­men. Mit ande­ren Wor­ten: Schon bald wird Ber­lin eine Metro­po­le sein, die über zwei geschlos­se­ne Flughafen-Großruinen ver­fügt, einen Flug­ha­fen, der nicht fer­tig und zu klein ist, sowie einen vier­ten Flug­ha­fen, der sich in Pla­nung befin­det. Das ist ein Welt­re­kord an Kom­ple­xi­tät“.

Klaus Wowe­reit, der den Eröff­nungs­ter­min vom 3. Juni 2012 mit aller Macht for­cier­te „bis es quietscht“, tat nun völ­lig über­rascht, dass der BER nun doch nicht eröff­net wer­den kann. Die­se Ahnungs­lo­sig­keit jedoch nimmt ihm nie­mand mehr ab, denn schließ­lich ist der Regie­ren­de seit 2003 Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der der Flug­ha­fen­ge­sell­schaft. Dies bedeu­tet, dass sein Name untrenn­bar mit dem hier statt­fin­den­den Bür­ger­be­trug und Pla­nungs­de­sas­ter ver­bun­den ist, das den Steu­er­zah­ler nun auch noch zusätz­lich mit ca. 15 Mil­lio­nen Euro pro Monat teu­er zu ste­hen kommt.

Klaus Wowe­reit soll­te sei­ner poli­ti­schen Ver­ant­wor­tung gerecht wer­den und zurück­tre­ten, zusam­men mit Flug­ha­fen­chef Schwarz.

Hier fin­den Sie das Video der 46. Mon­tags­de­mons­tra­ti­on.

Anbei der Bär der Woche und eini­ge Impres­sio­nen der heu­ti­gen Montags-Demonstration.