51. Mon­tags­de­mons­tra­ti­on am 18. Juni 2012 in Fried­richs­ha­gen

Wer von Flug­lärm in gro­ßem Aus­maß bedroht ist, der lässt sich nicht von einem Gewit­ter­schau­er von der Mon­tags­de­mons­tra­ti­on abhal­ten. Auch wenn es auf­grund des Wol­ken­bruchs etwas ver­spä­tet los­ging, kamen doch kur­ze Zeit spä­ter wie­der weit über tau­send Teil­neh­mer zu unse­rer Ver­an­stal­tung. In der Tat gab es ja auch Inter­es­san­tes zu erfah­ren. So berich­te­te Micha­el Ehrentreit von der gelun­ge­nen Ver­an­stal­tung beim Hof­fest von Klaus Wowe­reit am letz­ten Diens­tag, dem krö­nen­den­Ab­schluß der neun­tä­gi­gen Mahn­wa­che am Roten Rat­haus. Zusam­men mit BBBTV gelan­gen ihm inter­es­san­te Inter­views, u. a. mit Rena­te Kün­ast, Wla­di­mir Kami­ner, Andrea Fischer und Atze Brau­ner, die in die­sem Video zu sehen sind.

Eine schlech­te Woche für die Flug­ha­fen­ver­ant­wort­li­chen

Über­haupt fan­den in den letz­ten Tagen eini­ge bemer­kens­wer­te Ereig­nis­se und Ent­schei­dun­gen rund um das The­ma Flug­ha­fen­bau und Flug­ver­kehr statt. Den Auf­takt bil­de­te der Akten­fund der Klein­mach­no­wer Bür­ger bei der Flug­ha­fen­ge­sell­schaft. Aus die­sen Akten ging her­vor: „Dem­nach hat­te Bran­den­burgs Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um als Pla­nungs­be­hör­de schon 1998 gera­de und par­al­le­le Starts und Abflü­ge zugrun­de gelegt, obwohl bereits die Deut­sche Flug­si­che­rung (DFS) inter­ve­niert hat­te, weil sie den gleich­zei­ti­gen Betrieb bei­der Start­bah­nen nur mit abkni­cken­den Rou­ten für mög­lich hielt. Anhand der öffent­li­chen Plä­ne wur­de anschlie­ßend jah­re­lang von gera­den Rou­ten aus­ge­gan­gen, die Anwoh­ner erfuh­ren erst 2010 von den Abknick­rou­ten, was mas­si­ve Pro­tes­te aus­lös­te. Denn jetzt waren ganz ande­re und mehr Gemein­den vom Flug­lärm betrof­fen.“ Quel­le: Tages­spie­gel vom 16.06.2012.

Dann ent­schied das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Berlin-Brandenburg, dass „Anrai­ner des künf­ti­gen Haupt­stadt­flug­ha­fens Anspruch auf einen höhe­ren Lärm­schutz“ haben müs­sen „als ihn die Flug­ha­fen­ge­sell­schaft FBB bis­lang gewährt. Die Flug­ha­fens­ge­sell­schaft müs­se das im Plan­fest­stel­lungs­be­schluss vor­ge­se­he­ne Schall­schutz­pro­gramm umset­zen“, ent­schied das oben genann­te Gericht. Dabei müs­se sicher­ge­stellt wer­den, dass in Räu­men von Wohn­ge­bäu­den bei geschlos­se­nen Fens­tern der Lärm­pe­gel von 55 Dezi­bel nicht über­schrit­ten wer­de. „Quel­le: Die Welt 15.06.2o12

Das Flie­ger nicht bei jeder Form von Gegen­wind star­ten kön­nen, zeigt das gest­ri­ge Volks­be­geh­ren in Mün­chen. Im Volks­ent­scheid am 17. Juni 2012 haben sich 54,3 Pro­zent gegen den Aus­bau des Air­ports aus­ge­spro­chen.“ Quel­le: Der Spie­gel 17.06.2012

Ein kla­res Signal an Klaus Wowe­reit

Die­se Ereig­nis­se zei­gen ganz klar, dass die Men­schen einem unge­hemm­ten Aus­bau von Flug­hä­fen auf Kos­ten der Gesund­heit der Anwoh­ner und des Umwelt­schut­zes nicht mehr hin­zu­neh­men bereit sind.

Was Nacht­flug auf der ande­ren Sei­te – sprich in der Pilo­ten­kan­zel – bedeu­tet, zeigt ein Thread aus dem Forum „forum.eulenandfriends.de“ Stand vom 17.06.2012. Dort beschrieb ein Forums­mit­glied, der sich als Pilot eines Air Ber­lin Flu­ges bezeich­ne­te , dass er am 5. Mai 2012 beim Anflug auf den Mün­che­ner Flug­ha­fen einen „Pan Pan“-Funkruf an den Tower absetz­te, in dem er in einem über­füll­ten Luft­raum um eine bevor­zug­tes Lan­de­er­laub­nis bat, weil er und sein Kol­le­ge voll­kom­men erschöpft sind. Der Kol­le­ge hat­te bereits zwei(!) Nacht­flü­ge hin­ter sich und das Pilo­ten­team konn­te kom­ple­xen Anwei­sun­gen im über­füll­ten Luft­raum nicht mehr auf­merk­sam genug fol­gen. Auch die­sen Aspekt soll­te man beim The­ma Nacht­flug­ver­bot im Hin­ter­kopf behal­ten, denn neben Schlaf­stö­run­gen von Flug­ha­fen­an­rai­nern wer­den durch ermü­de­te und voll­kom­men erschöpf­te Pilo­ten Flug­zeug­insas­sen und Anwoh­ner gefähr­det. Quel­le: Eulen­andfri­ends und NDR.

Hier fin­den Sie das Video zur 51. Mon­tags­de­mons­tra­ti­on.

Anbei eini­ge Impres­sio­nen der heu­ti­gen Mon­tags­de­mons­tra­ti­on.