Flug­lärm und Flug­rou­ten: Für Trans­pa­renz und Öffent­lich­keits­be­tei­li­gung sor­gen – ver­schie­de­ne Gut­ach­ten vor­ge­stellt.

„Flug­ver­kehr und Flug­lärm wer­den vom gel­ten­den Recht in nicht mehr zeit­ge­mä­ßer Wei­se pri­vi­le­giert. ….“ So beginnt heu­te die Pres­se­mit­tei­lung des Sach­ver­stän­di­gen­rat für Umwelt­fra­gen und kom­men­tiert die Her­aus­ga­be zwei­er Gut­ach­ten: Der Sach­ver­stän­di­gen­rat für Umwelt­fra­gen (SRU) stellt erheb­li­che Defi­zi­te bei der Pla­nung und Geneh­mi­gung von Flug­hä­fen und Flug­rou­ten fest. Anläss­lich der heu­ti­gen Über­ga­be des Son­der­gut­ach­tens „Flug­lärm redu­zie­ren – Reform­be­darf bei der Pla­nung von Flug­hä­fen und Flug­rou­ten“ an Bun­des­um­welt­mi­nis­te­rin (UBA) Bar­ba­ra Hend­ricks mahnt der SRU stär­ke­re Betei­li­gungs­rech­te für die Betrof­fe­nen an.

Dazu schreibt der Arbeits­krei­ses „Ärz­te gegen Flug­lärm“ in sei­ner Pres­se­mit­tei­lung 02/14 :

Gesund­heits­schutz rich­tig im Luft­ver­kehrs­ge­setz ver­an­kern – Gut­ach­ten des Sach­ver­stän­di­gen­ra­tes für Umwelt­fra­gen und des Umwelbun­des­am­tes kon­se­quent umset­zen

Mainz und Ber­lin, 26.03.2014

Der Arbeits­kreis „Ärz­te gegen Flug­lärm“ for­dert, den Gesund­heits­schutz der Bevöl­ke­rung bei einer Ände­rung des Luft­ver­kehrs­ge­set­zes und bei der Fest­le­gung von Flug­rou­ten umfas­send zu berück­sich­ti­gen. Das heu­te vor­ge­stell­te Son­der­gut­ach­ten des Sach­ver­stän­di­gen­ra­tes für Umwelt­fra­gen (SRU) sowie ein eben­falls heu­te ver­öf­fent­lich­tes Gut­ach­ten des Umwelt­bun­des­am­tes lie­fern dazu eine umfas­sen­de Ana­ly­se der bis­he­ri­gen Schwach­stel­len der Geset­ze und zei­gen not­wen­di­ge Lösun­gen auf. Die Bun­des­re­gie­rung soll­te die im Fol­gen­den genann­ten For­de­run­gen des Arbeits­krei­ses Ärz­te gegen Flug­lärm und die Vor­schlä­ge aus den vor­ge­stell­ten Gut­ach­ten zeit­nah und umfas­send umset­zen.2014_03_Cover_KF_Fluglaerm_reduzieren.jpg;jsessionid=8A60A332BB7DD2EB8D403DE60089CD20.1_cid335

Eine Ände­rung des Luft­ver­kehrs­ge­set­zes, die kei­ne umfas­send wirk­sa­me Ver­bes­se­rung des Gesund­heits­schut­zes der Bevöl­ke­rung bewirkt, wäre unzu­rei­chend. Mit dem bis­he­ri­gen Luftverkehrs- und Flug­lärm­ge­setz wird die Bevöl­ke­rung erheb­li­chen Krank­heits­ri­si­ken aus­ge­setzt. Die Prä­ven­ti­on, Erken­nung und Behand­lung der vom Luft­ver­kehr ver­ur­sach­ten Krank­hei­ten ver­ur­sacht enor­me Kos­ten, die der­zeit allei­ne aus den Gel­dern der Kran­ken­ver­si­cher­ten bezahlt wer­den, obwohl die Luft­ver­kehrs­wirt­schaft erheb­lich sub­ven­tio­niert wird.

Der Arbeits­kreis Ärz­te gegen Flug­lärm weist nach­drück­lich dar­auf hin, dass bei­de heu­te ver­öf­fent­lich­ten Gut­ach­ten  einen hohen Reform- und Ände­rungs­be­darf an den Luft­ver­kehrs­recht­li­chen Rege­lun­gen benen­nen. Die Gut­ach­ten stel­len sehr klar fest, dass es grund­sätz­li­che Män­gel sowohl im Plan­fest­stel­lungs­pro­zess, als auch bei der Fest­le­gung und der Durch­füh­rung der Flug­ver­fah­ren gibt. Die­se Män­gel müs­sen aus Sicht der Ärz­te drin­gend und umfas­send beho­ben wer­den.

Der Arbeits­kreis Ärz­te gegen Flug­lärm for­dert:

  • Die durch den Flug­ver­kehr aus­ge­lös­ten gesund­heit­li­chen Risi­ken müs­sen sowohl im Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren als auch in der Pla­nung der Flug­ver­fah­ren („Flug­rou­ten“) berück­sich­tigt wer­den, auch bei bestehen­den Flug­hä­fen.
  • Es muss Klar­heit über die tat­säch­li­chen geflo­ge­nen Flug­rou­ten her­ge­stellt wer­den.
  • Die Lärmschutz-Grenzwerte sind an die medi­zi­ni­schen Erkennt­nis­se anzu­pas­sen und zu sen­ken.
  • Die Lärm­min­de­rung des Flug­ver­kehrs ins­ge­samt muss aktiv und kon­se­quent betrie­ben wer­den.
  • Der Schutz der Nacht­ru­he muss Vor­rang vor betriebs­wirt­schaft­li­chen Über­le­gun­gen der Flug­hä­fen und Air­lines haben, die Men­schen müs­sen vor Flug­lärm genau so gut geschützt wer­den wie vor ande­ren Gesund­heits­ri­si­ken auch.

Die der­zei­ti­gen Unklar­hei­ten im Planungs- und Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren bedeu­ten mas­si­ve Nach­tei­le für die Bür­ger, die Miss­ach­tung vom Flug­ver­kehr aus­ge­lös­ter gesund­heit­li­cher Risi­ken führt zu ver­meid­ba­ren Krank­hei­ten. Medi­zi­ni­sche Erkennt­nis­se und Fak­ten wer­den der­zeit weder in den Geset­zen noch in den Ent­schei­dun­gen der zustän­di­gen Stel­len und der Gerich­te oder in den tat­säch­li­chen Flug­ver­fah­ren adäquat berück­sich­tigt.

Gesund­heit­li­che Belan­ge der Bevöl­ke­rung müs­sen in den Flug­ver­kehrs­ge­set­zen und Rege­lun­gen mit dem glei­chen Schutz­ziel abge­bil­det wer­den wie im Bun­des­im­mis­si­ons­schutz­ge­setz.

Die Bevor­zu­gung eines gesund­heits­ge­fähr­den­den Wirt­schafts­be­trie­bes der Flug­hä­fen zu Las­ten der Bür­ger und der sozia­len Siche­rungs­sys­te­me muss been­det wer­den.

Der Arbeits­kreis „Ärz­te gegen Flug­lärm“ steht für eine kon­struk­ti­ve Dis­kus­si­on zur Ver­fü­gung.

Für den Arbeits­kreis „Ärz­te gegen Flug­lärm“

Dr. med. Jür­gen Hof­fart – Dr. med. Hen­ning Tho­le, www.fluglaerm-fakten.de – Prof. Dr. med. Tho­mas Mün­zel

Bei Rück­fra­gen wen­den Sie sich bit­te an: Dr. med. Hen­ning Tho­le, ww.fluglaerm-fakten.de, Han­dy 0157 – 55175390 oder Bezirks­ärz­te­kam­mer Rhein­hes­sen, 117er Ehren­hof 3a, 55118 Mainz, Tel.: 06131/3869-0

wei­ter­füh­ren­de Doku­men­te:

  • Kurz­fas­sung „Flug­lärm redu­zie­ren: Reform­be­darf bei der Pla­nung von Flug­hä­fen und Flug­rou­ten“: März 2014, 11 Sei­ten, 2 Abbil­dun­gen
  • Haus­druck „Flug­lärm redu­zie­ren: Reform­be­darf bei der Pla­nung von Flug­hä­fen und Flug­rou­ten“: 2014, 214 Sei­ten, 10 Abbil­dun­gen, 2 Tabel­len
  • UBA-Gutachten: Gut­ach­ten zur Prü­fung von formell- und mate­ri­ell­recht­li­chen Vor­ge­hens­mög­lich­kei­ten bei der Fest­le­gung von Flug­rou­ten

Pres­se­tim­men:

ZDF heute.de

Gut­ach­ten zu Flug­rou­ten

Exper­ten kri­ti­sie­ren: Poli­tik igno­riert Fluglärm-Problem

http://www.heute.de/experten-kritisieren-politik-ignoriert-fluglaerm-und-anwohner-haben-bei-flugrouten-planung-zu-wenig-mitspracherecht-32490980.html

 

 

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