Posi­ti­on der FBI zum Müg­gel­see­rou­ten­skan­dal

Bei den Pla­nun­gen der DFS besteht noch gewal­ti­ger Nach­hol­be­darf, dies zeigt der gest­ri­ge Tag.

Obwohl der Staats­se­kre­tär im Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um (BMVBS) Prof. Klaus-Dieter Scheur­le die Deut­sche Flug­si­che­rung (DSF) im Bei­sein von Ver­tre­tern der Fried­richs­ha­ge­ner Bür­ger­initia­ti­ve bereits am 16.08.2011 nach­drück­lich zur ernst­haf­ten Prü­fung der Alter­na­tiv­vor­schlä­ge auf­ge­for­dert hat­te, unter­ließ es die DSF auch auf der 80. Sit­zung der Flug­lärm­kom­mis­si­on Berlin-Schönefeld, eine Alter­na­ti­ve zur Müg­gel­see­rou­te vor­zu­le­gen, die 619.000 Ber­li­ner und Bran­den­bur­ger sowie jähr­lich über eine Mil­li­on Nah­erho­lungs­su­chen­de von den Aus­wir­kun­gen des Flug­lärms durch den Haupt­stadt­flug­ha­fen BER ver­scho­nen wür­de.

Obwohl sich die Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung Treptow-Köpenick am 25.08.2001 sowie das Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­haus am 01.09.2011 jeweils frak­ti­ons­über­grei­fend gegen den Über­flug des Müg­gel­sees aus­ge­spro­chen haben und obwohl die Bun­des­kanz­le­rin am 16.09.2011 auf der Abschluss­kund­ge­bung der CDU zur Wahl des Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­hau­ses mit den Wor­ten, „was für den Wann­see erreicht wur­de, muss auch für den Müg­gel­see gel­ten”, zum wie­der­hol­ten Male Gerech­tig­keit und Ver­trau­ens­schutz ange­mahnt hat, plant die Deut­sche Flug­si­che­rung unbe­irrt wei­ter mit der Müg­gel­see­rou­te, anstatt die­se kla­ren Vor­ga­ben end­lich umzu­set­zen.

Die­se zyni­sche Miss­ach­tung des Kanz­le­rin­nen­worts und des Bür­ger­wil­lens durch die Pla­nun­gen der DFS sind ein­zig dem Pro­fit­stre­ben von Flug­ha­fen­ge­sell­schaft und Air­lines geschul­det und sind dar­über hin­aus ein Schlag ins Gesicht der zahl­rei­chen Poli­ti­ker, die sich aktiv für die Inter­es­sen der betrof­fe­nen Bür­ge­rin­nen und Bür­ger sowie den Schutz der Natur ein­set­zen – z.B. Staats­se­kre­tär Scheur­le, MdB Gre­gor Gysi, MdB Karl-Georg Well­mann, MdA Prof. Dr. Niels Kor­te oder MdA Rena­te Harant, um nur eini­ge zu nen­nen.

Die Fried­richs­ha­ge­ner Bür­ger­initia­ti­ve begrüßt daher die Ankün­di­gung des Bun­des­auf­sichts­am­tes für Flug­si­che­rung (BAF), das Ver­fah­ren an sich zu zie­hen und nun direkt mit den betrof­fe­nen Bezir­ken und Gemein­den zu spre­chen.

Wir unter­stüt­zen aus­drück­lich Prof. Klaus-Dieter Scheur­le – Staats­se­kre­tär im Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um und obers­ter Dienst­herr des BAF – in sei­nem Bestre­ben, eine für alle Betei­lig­ten akzep­ta­ble Lösung zu fin­den, wel­che die Müg­gel­see­rou­te über­flüs­sig macht.

Die Fried­richs­ha­ge­ner Bür­ger­initia­ti­ve hat in dem zur 80. Sit­zung der Flug­lärm­kom­mis­si­on gemein­sam mit Prof. Dr. Kor­te und dem Herrn Schön­rock ein­ge­brach­ten Antrag Rege­lun­gen vor­ge­schla­gen, die durch den Anflug­punkt Auto­bahn­an­schluss­stel­le Frei­en­brink und unter Fest­le­gung von Steig­ra­di­en­ten und Geschwin­dig­keit eine Belas­tung von Müg­gel­heim und Erkner durch Abflü­ge auf die­ser Rou­te ver­mei­den.

Wir set­zen uns aus­drück­lich nicht für eine Rou­ten­fin­dung nach dem St. Flo­ri­ans­prin­zip ein, son­dern unter­stüt­zen eben­falls die Ent­las­tung von Bran­den­bur­ger Gemein­den wie Erkner, Schönei­che, Neu­en­ha­gen und Hop­pe­gar­ten – z.B. durch die nun offi­zi­ell beim BAF vor­lie­gen­de Rou­te über die Gose­ner Wie­sen.

Bran­den­burgs Ver­kehrs­staats­se­kre­tär Rai­ner Bret­schnei­der hat gegen­über der Pres­se bereits klar­ge­stellt, dass hier­zu das Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren nicht neu auf­ge­rollt wer­den muss – ent­ge­gen der irre­füh­ren­den Behaup­tung der DFS, die Rou­te über die Gose­ner Wie­sen ver­sto­ße gegen den Plan­fest­stel­lungs­be­schluss von 2004.

Die Fried­richs­ha­ge­ner Bür­ger­initia­ti­ve wird nun das Gespräch mit dem Staats­se­kre­tär und dem Bun­des­auf­sichts­amt suchen, damit nach Mög­lich­keit bereits bei der nächs­ten Sit­zung am 14. Novem­ber ers­te Ergeb­nis­se vor­ge­legt wer­den kön­nen.