45. Mon­tags­de­mons­tra­ti­on am 7. Mai 2012 in Fried­richs­ha­gen

Flug­ha­fen­chef Rai­ner Schwarz irrt sich wie­der ein­mal gewal­tig. Gab er doch letz­te Woche in einem Inter­view zum Bes­ten, dass der Pro­test gegen den Skan­dal­flug­ha­fen BER abneh­men wür­de. Weit gefehlt, Herr Schwarz. Die heu­ti­ge Mon­tags­de­mons­tra­ti­on in Fried­richs­ha­gen zeig­te, dass die Demons­tra­tio­nen gegen ein inter­na­tio­na­les Dreh­kreuz in Schö­ne­feld, gegen die unsäg­li­che Flug­rou­te über den Müg­gel­see und für ein strik­tes Nacht­flug­ver­bot von 22 bis 6 Uhr noch lan­ge nicht abebbt. Im Gegen­teil: Mit dem immer näher kom­men­den 3. Juni nimmt  sowohl die Zahl der Demons­tra­ti­ons­teil­neh­mer als auch die Inten­si­tät des Pro­tes­tes zu. Frisch aus­ge­stat­tet mit neu­en schi­cken Pla­ka­ten zeig­ten die Men­schen der Müg­gel­see­re­gi­on ein­mal mehr, dass mit ihnen wei­ter­hin zu rech­nen ist.

Volks­be­geh­ren für ein Nacht­flug­ver­bot

Die Bür­ger­recht­le­rin Chris­ti­ne Dorn wies ein­drück­lich dar­auf hin, dass in Bran­den­burg 80.000 und in Ber­lin 174.000 gül­ti­ge Unter­schrif­ten für die Initi­ie­rung der 2. Stu­fe des Volks­be­geh­rens not­wen­dig wer­den. Das es kein Pro­blem dar­stel­len muss, die­se Unter­schrif­ten zu erhal­ten, erklär­te dar­auf­hin Klaus Ihlau, der mit dem Was­ser­tisch bereits ein erfolg­rei­ches Volks­be­geh­ren auf den Weg gebracht hat. Auf­wind erhal­ten die Initia­to­ren dadurch, dass ab dem 3. Juni ein gro­ßer Teil der Bevöl­ke­rung in Ber­lin und Bran­den­burg am eige­nen Lei­be spü­ren wird, was der Ver­lust der Nacht­ru­he bedeu­tet.

Auf­ru­fe für mehr Hel­fer

Drin­gend benö­tigt wer­den übri­gens Hel­fe­rin­nen und Hel­fer für die zahl­rei­chen Aktio­nen, die die Fried­richs­ha­ge­ner Bür­ger­initia­ti­ve dem­nächst star­tet. Es wer­den u. a. Pla­ka­tie­rer und Flyer-Verteiler für die Men­schen­ket­te am 3. Juni gesucht. Auch für den Stand auf dem Böl­sche­s­tra­ßen­fest am kom­men­den Wochen­en­de und zur Vor­be­rei­tung der alter­na­ti­ven Eröff­nungs­ver­an­stal­tung am 24. Mai sind wei­te­re Unter­stüt­zer hoch will­kom­men. Bit­te mel­den Sie sich bei Inter­es­se in der Remi­se hin­ter dem Restau­rant Mau­na Kea, die diens­tags bis frei­tags von 16-19 Uhr geöff­net hat

Kro­ko­dils­trä­nen bei der Luft­han­sa

Bei den Neu­ig­kei­ten der Woche führ­te Ralf Mül­ler u. a. aus, wie sehr die „arme“ Luft­han­sa doch durch die Poli­tik unter Druck gera­ten ist, ange­sichts der Besteue­rung des Luft­ver­kehrs in Deutsch­land und des seit Janu­ar 2012 in Deutsch­land gel­ten­den Emis­si­ons­han­dels. Dadurch wür­de das ope­ra­ti­ve Ergeb­nis des Kon­zerns doch arg unter Druck gera­ten. Tat­säch­lich belegt ein Arti­kel aus dem Han­dels­blatt, dass die Luft­han­sa in Wirk­lich­keit durch die staat­lich sub­ven­tio­nier­ten Golf-Carrier und durch den Preis­krieg der Bil­lig­flie­ger unter Druck gerät. Die­ser Kon­kur­renz­si­tua­ti­on begeg­net die Luft­han­sa mit den „bewähr­ten“ Mit­teln Ent­las­sung von 3.500 Mit­ar­bei­tern und Lohn-Dumping durch Leih­ar­beit. So viel zum soge­nann­ten Job­wun­der an den Flug­hä­fen Frank­furt und Berlin-Schönefeld.

„Bil­lig­flug plus Nied­rig­lohn = Wider­stand aus der Regi­on“ (Demo­pla­kat in Frank­furt am 29. April 2012)

Es bewegt sich etwas in Deutsch­land

Der Pro­test in Frank­furt ebbt genau so wenig ab wie in Ber­lin. Die Bür­ger bei­der Regio­nen ste­hen mitt­ler­wei­le gemein­sam an vor­ders­ter Front gegen die Lobbyisten-gesteuerte Luft­fahrt­bran­che und wer­den auch in der Bun­des­po­li­tik wahr­ge­nom­men: Der Vor­sit­zen­de des Bundestags-Verkehrsausschusses und Grünen-Politiker Anton Hof­rei­ter unter­stützt dem­nach die Schaf­fung eines strik­ten Nacht­flug­ver­bo­tes in einem Inter­view der Frank­fur­ter Rund­schau und Ber­li­ner Zei­tung am 2.05.2012.

Was Rai­ner Schwarz als nach­las­sen­den Pro­test inter­pre­tiert ist in Wahr­heit die Ruhe vor dem Sturm.

Hier fin­den Sie das Video der heu­ti­gen Mon­tags­de­mons­tra­ti­on.

Anbei eini­ge Impres­sio­nen der heu­ti­gen Mon­tags­de­mons­tra­ti­on.