Fehl­pla­nung BER – Ein Fass ohne Boden | Pres­se­mit­tei­lung der FBI

Pres­se­mit­tei­lung

Fehl­pla­nung BER – Ein Fass ohne Boden

Not­wen­dig­keit einer ernst­haf­ten und lösungs­ori­en­tier­ten Stand­ort­dis­kus­si­on
Ber­lin, 08.01.2012:
Nach Pres­se­ver­öf­fent­li­chun­gen vom Wochen­en­de (mitt­ler­wei­le von den Ver­ant­wort­li­chen voll­um­fäng­lich bestä­tigt) wur­de der Eröff­nungs­ter­min des BER »Wil­ly Brandt« auf unbe­stimm­te Zeit (2014 oder spä­ter) ver­scho­ben. Zu den bis­her schon ein­ge­plan­ten Mehr­kos­ten von 1,2 Mil­li­ar­den Euro wur­de heu­te pau­schal eine wei­te­re Mil­li­ar­de für die Behe­bung der nun ein­ge­stan­de­nen „grau­en­haf­ten“ Pro­ble­me und Ver­zö­ge­run­gen ver­an­schlagt. Einen wirk­li­chen Über­blick über Schä­den, Zeit­ver­zug und Kos­ten hat jedoch bis­lang noch nie­mand. Soll­te der BER den­noch eines Tages eröff­net wer­den, erhal­ten die Steu­er­zah­ler für ein Viel­fa­ches der ver­an­schlag­ten Bau­kos­ten einen, bereits zum Zeit­punkt der Eröff­nung unter­halb der Kapa­zi­täts­gren­ze dimen­sio­nier­ten anwoh­ner­feind­li­chen Flug­ha­fen inmit­ten von Wohn- und Erho­lungs­ge­bie­ten. Nach den der­zei­ti­gen Plä­nen der Deut­schen Flug­si­che­rung wür­den die Flug­rou­ten künf­tig vom Stand­ort Schö­ne­feld aus das Ber­li­ner Stadt­ge­biet und das Bran­den­bur­ger Umland dau­er­haft mit Lärm und gesund­heits­schä­di­gen­den Emis­sio­nen belas­ten.

Mit dem heu­ti­gen Offen­ba­rungs­eid bie­tet sich den poli­tisch Ver­ant­wort­li­chen aus Bund, Ber­lin und Bran­den­burg die his­to­ri­sche Chan­ce, die Fehl­pla­nung BER grund­sätz­lich in Fra­ge zu stel­len und einen zukunfts­wei­sen­den Neu­start zu voll­zie­hen. Die Fried­richs­ha­ge­ner Bür­ger­initia­ti­ve for­dert eine ernst­haf­te und lösungs­ori­en­tier­te Stand­ort­dis­kus­si­on für einen funk­ti­ons­tüch­ti­gen Groß­flug­ha­fen BER an einem geeig­ne­ten Stand­ort. Dazu ein Spre­cher der Fried­richs­ha­ge­ner Bür­ger­initia­ti­ve: „Der BER ist ein Fass ohne Boden. Ber­li­ner und Bran­den­bur­ger Bür­ger dür­fen nicht end­los wei­ter geschröpft wer­den für ein Pro­jekt, das sich nie­mals amor­ti­sie­ren kann. Die Geld­ver­nich­tungs­an­la­ge BER belas­tet über den Län­der­fi­nanz­aus­gleich zudem auch dau­er­haft alle Bun­des­bür­ger. Des­halb ist die unver­züg­li­che Ent­wick­lung eines Alter­na­tiv­stand­orts nicht nur ein Gebot des Lärm­schut­zes, son­dern eine wirt­schaft­li­che Not­wen­dig­keit. Die Mil­li­ar­den für die Schö­ne­fel­der Bau­rui­ne sind an einem zukunfts­fä­hi­gen Stand­ort bes­ser inves­tiert.“

Es macht kei­nen Sinn, wei­te­res Steu­er­geld an einem Stand­ort zu ver­sen­ken, der ca. 1,5 Mil­lio­nen Men­schen mit Lärm belas­ten wird und von dem sämt­li­che Fach­leu­te und mitt­ler­wei­le auch alle Par­tei­en über­zeugt sind, dass er falsch ist. Viel­mehr soll­ten die Gesell­schaf­ter umge­hend die Chan­ce nut­zen, und mit den Pla­nun­gen für einen frei­fi­nan­zier­ten Groß­flug­ha­fen außer­halb der dicht besie­del­ten Wohn­ge­bie­te begin­nen. Einen sol­chen Flug­ha­fen braucht die Regi­on Berlin-Brandenburg, er könn­te zudem Ent­las­tungs­wir­kun­gen für Pro­blem­stand­or­te in ganz Deutsch­land ent­fal­ten und auf Dau­er die Anfor­de­run­gen an eine moder­ne Infra­struk­tur mit dem Grund­recht der Men­schen auf die kör­per­li­che Unver­sehrt­heit in Ein­klang brin­gen.

Jen­seits dicht bewohn­ter Sied­lungs­ge­bie­te lie­ße sich ein Dreh­kreuz mit durch­ge­hen­dem Betrieb orga­ni­sie­ren. Bedarfs­ge­rech­te Erwei­te­run­gen müss­ten künf­tig nicht gegen den Wider­stand und zum Scha­den hun­dert­tau­sen­der Betrof­fe­ner durch­ge­setzt wer­den.

Die Errich­tung eines frei­fi­nan­zier­ten neu­en Flug­ha­fens könn­te zudem Steu­er­geld spa­ren, da die Erschlie­ßungs­kos­ten eines neu­en Stand­or­tes weit unter den noch zu erwar­ten­den Inves­ti­ti­ons­kos­ten (incl. der noch aus­ste­hen­den Kos­ten für den not­wen­di­gen Schall­schutz der Anwoh­ner von ca. 500 Mil­lio­nen Euro) am jet­zi­gen Stand­ort Schö­ne­feld lie­gen wür­den. Auch die in allen Betrach­tun­gen bis­her ver­nach­läs­sig­ten hohen Kos­ten für die gesund­heit­li­chen Schä­den der betrof­fe­nen Anwoh­ner (Quel­le: Greiser-Studie) wür­den ent­fal­len.

Mit einer sol­chen Ent­schei­dung hät­ten alle eta­blier­ten Par­tei­en die Chan­ce, ihre Glaub­wür­dig­keit wie­der her­zu­stel­len und den Bür­gern in unse­rem Land ein Stück Ver­trau­en in demo­kra­ti­sche Ent­schei­dungs­pro­zes­se zurück­zu­ge­ben.


Fried­richs­ha­ge­ner Bür­ger­initia­ti­ve (FBI)
Pro­jekt­grup­pe des Bür­ger­ver­eins Fried­richs­ha­gen e. V.
Böl­sche­s­tra­ße 44
12587 Ber­lin

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