Mahn­wa­che: 30. Juli 2012 um 19 Uhr, Markt­platz Fried­richs­ha­gen

Wie jeden Mon­tag ver­an­stal­tet die Fried­richs­ha­ge­ner Bür­ger­initia­ti­ve (FBI) auch mor­gen, am 30. Juli 2012, um 19 Uhr auf dem Markt­platz von Berlin-Friedrichshagen am Müg­gel­see eine Mon­tags­de­mo gegen BER-Fluglärm und -dreck. Es ist die 57. ihrer Art und fin­det als Sommer-Mahnwache mit Bür­ger­dis­kus­si­on statt.

Kero­si­ne­mis­sio­nen sind „ein­fach weg“? Von wegen!

Nach wie vor wird von den Flughafen-Verantwortlichen wie vom Ber­li­ner Senat bestrit­ten, dass im Umfeld von Flug­hä­fen Kero­si­ne­mis­sio­nen eine ech­te Umwelt­be­las­tung dar­stel­len. Anbei zwei  Quel­len, die das Gegen­teil bewei­sen:
Am Züri­cher Flug­ha­fen wur­den Flug­ha­fen­ge­bäu­de und Resi­den­zen von Air­lines mit einer „orga­nisch beschich­te­ten Alu­mi­ni­um­fas­sa­den­flä­che “ gerei­nigt, die “ im Lauf der Jah­re star­ke, hart­nä­cki­ge Ver­schmut­zun­gen durch Kero­sin und wei­te­re Industrie- und Auto­ab­ga­se“ erlit­ten hat­te, wie die Fir­ma Ratio­nell Rei­ni­gen auf ihrer Web­site beschreibt.

Auch die  Kugeln des Brüs­se­ler Ato­mi­ums muss­ten kürz­lich von Kero­sin­fle­cken gerei­nigt wer­den, wie RTL.be in die­sem Video  (fran­zö­sisch) zeigt. Ein­mal mehr sieht man hier, was von Aus­sa­gen der Flughafen-Verantwortlichen  zu hal­ten ist, das von Flug­zeu­gen aus­ge­sto­ße­ne Kero­sin wür­de „ein­fach ver­schwin­den“.

Bleibt die Fra­ge, wer unse­ren Müg­gel­see rei­ni­gen wird, aus dem die Trink­was­ser­ver­sor­gung eines gro­ßen Teils von Ost­ber­lin gespeist wird.

Unser Müg­gel­see wird euer Water­loo

Die­se Bot­schaft an die ver­ant­wort­li­chen Poli­ti­ker in Ber­lin bringt es auf den Punkt. Erst soll­ten wir nicht betrof­fen sein von den Flug­rou­ten des BER, dann auf ein­mal doch, aber die Veto­zeit war abge­lau­fen und jetzt müs­sen wir erle­ben wie Schö­ne­feld  aus­ge­baut wer­den soll als star­te­ten die Flie­ger in den ein­sa­men Him­mel über Spe­ren­berg. Unser Ver­trau­en wur­de miß­braucht, unse­re Natur und Umwelt wird wis­sent­lich geop­fert, die Gefähr­dung der Gesund­heit von Mil­lio­nen Betrof­fe­ner bewußt in Kauf genom­men. Wir haben die bes­se­ren Argu­men­te, das steht fest.
Die zwei­te Sei­te an die­sem Water­loo ist, dass die Ver­ant­wort­li­chen wie bei der Wulffia­de nicht den Mut haben, zu sagen: okay wir haben geirrt, wir wer­den es bes­ser machen. Nein, sie rei­ten sich immer tie­fer rein. Uns wer­den jeden Tag wei­ter die Taschen „vollgehau’n“ mit Losun­gen, wie „BER wird ein gro­ßer Erfolg.“ Nein, der BER ist bereits vor sei­ner Eröff­nung der größ­te Mißer­folg, die größ­te Fehl­pla­nung in der Ber­li­ner Bau­ge­schich­te. BER wird in den nächs­ten 10 Jah­ren kei­ne ein­zi­ge schwar­ze Zahl schrei­ben. Wo ist da der Erfolg?  Und durch die Unehr­lich­keit, die Feig­heit, das fort­ge­setz­te Täu­schen und Tücken von Wowe­reit und Co. ver­liert die Ber­li­ner Regie­rungs­ko­ali­ti­on das letz­te Quänt­chen Glaub­wür­dig­keit. Der Staat ver­liert das Ver­trau­en der Bür­ger – er schafft sich damit in sei­ner Rol­le selbst ab. Dar­an kann nie­mand ein Inter­es­se haben, weder die Poli­ti­ker noch die Bür­ger. (Prof. H.Behrbohm)