PRESSEMITTEILUNG: Bür­ger jetzt vor Flug­lärm und Abga­sen schüt­zen!

Grü­ne kün­di­gen Antrag im Abge­ord­ne­ten­haus für die­se Woche an

Ber­lin, 21. Febru­ar 2012 – Die Frak­ti­on Bünd­nis 90/Die Grü­nen im Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­haus und die Fried­richs­ha­ge­ner Bür­ger­initia­ti­ve (FBI Ber­lin) for­dern den rot-schwarzen Senat und die ande­ren Flug­ha­fen­ei­gen­tü­mer auf, unver­züg­lich alle Maß­nah­men zum Schutz der Ber­li­ne­rin­nen und Ber­li­ner vor Flug­lärm und Abga­sen zu ergrei­fen und sich mit den Ergeb­nis­sen eines jetzt publik gewor­de­nen Doku­ments des Air­port Rese­arch Cen­ters vom 8. Dezem­ber 2012 ein­ge­hend zu befas­sen.

Das auf dem Wege der Infor­ma­ti­ons­frei­heit­ge­set­zes bekannt gewor­de­ne Schrift­stück „Fest­set­zung Flug­ver­fah­ren BER – Ant­wort auf Fra­gen des BAF“ zeigt, dass die hoch­be­las­te­te Müg­gel­see­rou­te ver­zicht­bar ist und ihr Fort­fall unter Anwen­dung dif­fe­ren­zier­ter Sepa­ra­ti­ons­re­geln am Boden zu Kapa­zi­täts­ein­bu­ßen auf der Nord­pis­te von ledig­lich durch­schnitt­lich 3 Pro­zent führt. Die Wirt­schaft­lich­keit des Flug­ha­fens wür­de damit nur mar­gi­nal beein­flusst, wäh­rend der Ber­li­ner Süd­os­ten von den nega­ti­ven Fol­gen des Flug­ver­kehrs ver­schont blie­be.

„Wir erwar­ten vom Land Ber­lin als Anteils­eig­ner des Flug­ha­fens anhand der neu­en Sach­la­ge drin­gend Aus­kunft dar­über, ob bei der Fest­set­zung der Flug­rou­ten am Flug­ha­fen Schö­ne­feld tat­säch­lich nach dem Grund­satz ‚Sicher­heit vor Lärm­schutz vor Wirt­schaft­lich­keit‘ ver­fah­ren wur­de, oder ob die wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen ein­zel­ner Air­lines vor den Gesund­heits­schutz der Ber­li­ner Bevöl­ke­rung gestellt wur­den“, erklärt Harald Moritz, Ver­kehrs­po­li­ti­scher Spre­cher der Frak­ti­on. „Des Wei­te­ren erwar­ten wir, dass Flug­ha­fen­be­trei­ber und Anteils­eig­ner noch vor der Inbe­trieb­nah­me des Flug­ha­fens den abhän­gi­gen Par­al­lel­be­trieb am BER zulas­sen. Dazu stel­len wir in die­ser Woche einen Antrag im Abge­ord­ne­ten­haus.“

Das Bun­des­auf­sichts­amt für Flug­si­che­rung (BAF) hat­te sich bei dem feder­füh­ren­den Minis­te­ri­um für Infra­struk­tur und Land­wirt­schaft (MIL) des Lan­des Bran­den­burg im Zuge des Abwä­gungs­ver­fah­rens zur Rou­ten­fest­stel­lung am Flug­ha­fen Schö­ne­feld unter ande­rem über die Rea­li­sier­bar­keit von Alter­na­ti­ven zu der beson­ders pro­ble­ma­ti­schen Müg­gel­see­rou­te erkun­digt und die­ses hat­te dar­auf­hin die Flug­ha­fen­ge­sell­schaft um die jetzt publik gewor­de­ne Stel­lung­nah­me ersucht.

„Das Land Ber­lin wird sich als Anteils­eig­ner des Flug­ha­fens die Fra­ge stel­len müs­sen, ob es alles getan hat, um sei­ne bedeu­ten­den Naherholungs- und Natur­schutz­ge­bie­te wie den Wann­see und Müg­gel­see zu schüt­zen. Für Ber­lins Trinkwassereinzugs- und Schutz­ge­biet im Süd­os­ten der Stadt war­nen wir vor irrever­si­blen Umwelt­schä­den. Auch steht ein euro­pä­isch geschütz­tes, fast 2.000 ha gro­ßes Flora-Fauna-Habitat (FFH)– und Spe­cial Pro­tec­ted Area (SPA)-Gebiet am Ran­de dicht besie­del­ter Wohn­ge­bie­te nicht nur auf der Kip­pe, son­dern eine Flug­rou­te über der­ma­ßen geschütz­tes Gebiet ist nach Gemein­schafts­recht gene­rell wider­recht­lich. Hier besteht drin­gen­der Hand­lungs­be­darf“, erklärt dazu der Spre­cher­rat der FBI.“ Es ist abschlie­ßend fest­zu­stel­len, dass sich die Lan­des­re­gie­run­gen der Län­der Ber­lin und Branden-burg nicht an die ver­ein­bar­te Ziel­stel­lung (Z 2) des Lan­des­ent­wick­lungs­pla­nes Flug­ha­fen­stand­ort (LEP FS) hal­ten und nun­mehr gegen die gesetz­lich ver­ein­bar­ten Schutz­zie­le für die Ber­li­ner FFH –Gebie­te Spree, Müg­gel­spree, Müg­gel­see und Teu­fels­moor wis­sent­lich ver­sto­ßen.

Pres­se­kon­takt:

Harald Moritz, MdA, Ver­kehrs­po­li­ti­scher Spre­cher – Straßen- und Luft­ver­kehr Frak­ti­on Bünd­nis 90/Die Grü­nen, im Abge­ord­ne­ten­haus von Ber­lin, T: 030-2325 2472, M: 0151 56500990, harald.moritz@gruene-fraktion-berlin.de,

Fried­richs­ha­ge­ner Bür­ger­initia­ti­ve (FBI), 030 -95 998 351, M. 0152 518 041 73; fbi.berlin@googlemail.com.