Bür­ger­initia­ti­ven alar­miert – zuneh­men­de Behin­de­run­gen von Fluglärm-Demos in Ber­lin und Bran­den­burg

Ver­su­chen Plat­z­eck und Wowe­reit für den Betrieb des BER in Schö­ne­feld  das Grund­ge­setz aus­zu­he­beln, nach­dem schon bei der Aus­wahl des men­schen­feind­li­chen Stand­orts getrickst und getäuscht wor­den ist?

Sams­tag, 10. Febru­ar: Behin­de­rung der Inhouse Demo

„ Die Poli­zei woll­te unse­re Sprech­chö­re ver­bie­ten. Die Poli­zei schränk­te unse­re  Bewe­gungs­mög­lich­kei­ten ein.  Die Poli­zei woll­te Topf­de­ckel und ande­res Geräusch­ge­rät kon­fis­zie­ren. Sogar Buß­gel­der bis zu 5.000 € wur­den uns ange­droht. Trotz­dem konn­te Infor­ma­ti­ons­ma­te­ri­al an die Flug­gäs­te ver­teilt wer­den. Und immer wie­der hieß es im Chor: Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Ruhe klaut.“

Das berich­ten die Teil­neh­mer an der gest­ri­gen Inhouse-Demo um 18:30 Uhr im Ter­mi­nal A von SXF Schö­ne­feld, bei  der die Lan­des­re­gie­rung – wahr­schein­lich auf Betrei­ben des Flug­ha­fens – fast so vie­le Poli­zis­ten auf­ge­bo­ten hat­te wie Demons­tran­ten anwe­send waren. Und das war für die neu zuge­wie­se­ne klei­ne Auf­stel­lungs­flä­che eine gan­ze Men­ge!

Don­ners­tag, 9. Febru­ar: Kurz­fris­ti­ges Ver­bot der FBI Demo am zuvor geneh­mig­ten Stand­ort

Erst am Don­ners­tag hat­te die Poli­zei eine künst­le­ri­sche Akti­on von Mit­glie­dern der Fried­richs­ha­ge­ner Bür­ger­initia­ti­ve anläss­lich der Ber­li­na­le Eröff­nung am roten Tep­pich kurz­fris­tig unter faden­schei­ni­gen Grün­den abge­sagt. Wir berich­te­ten: 

Diens­tag; 7. Febru­ar: Poli­zei schränkt Stre­cken­füh­rung ein und unter­sagt Kund­ge­bung vor Wowe­reits Wohn­haus

Und auch um die Stre­cken­füh­rung und den Stand­ort einer Kund­ge­bung mit Flug­lärm­si­mu­la­ti­on vor Wowe­reits Wohn­haus im Rah­men der nächs­ten Groß­de­mons­tra­ti­on der Ber­li­ner und Bran­den­bur­ger Bür­ger­initia­ti­ven am 25. Febru­ar gibt es juris­ti­schen Streit. Die Poli­zei unter­sag­te die Kund­ge­bung vor Wowe­reits Haus, weil  „die Demo eine Ver­let­zung des Schut­zes der Pri­vat­sphä­re sei. Wowe­reit müs­se in der Woh­nung „neue Kraft schöp­fen“ kön­nen. Das Grund­ge­setz siche­re jedem Bür­ger die­sen Schutz­raum zu, die Ent­schei­dung sei im Ein­zel­fall Abwä­gungs­sa­che. Senats­spre­cher Richard Meng sag­te, Wowe­reit wis­se nichts von der Demo.“

Die orga­ni­sie­ren­de BI hat Wider­spruch ein­ge­legt.

Bericht im Tages­spie­gel

In die­sem Zusam­men­hang ist inter­es­sant, was das jüngs­te ZDF Polit­ba­ro­me­ter zeigt:

Die For­de­rung nach weni­ger Flug­lärm und einem wir­kungs­vol­len Nacht­flug­ver­bot  ist für vie­le Deut­sche nach­voll­zieh­bar: 77 Pro­zent der Bevöl­ke­rung haben für die­se Anlie­gen der Demons­tran­ten gro­ße Sym­pa­thie, 20 Pro­zent haben das nicht (weiß nicht: drei Pro­zent).

Dabei sagen mit 81 Pro­zent der Befrag­ten, dass sie selbst NICHT von Flug­lärm betrof­fen sind, bei 14 Pro­zent gibt es nach eige­nen Anga­ben Flug­lärm, den sie aber nicht als stö­rend emp­fin­den und fünf Pro­zent lei­den zu Hau­se oder am Arbeits­platz unter Flug­lärm.

Quel­le ZDF Poli­tik­Ba­ro­me­ter

You­Tube

ZDF-Mediathek

Das Recht auf Demonstrations- und Ver­samm­lungs­frei­heit ist ein hohes demo­kra­ti­sches Gut und in Deutsch­land ein GRUNDRECHT (Arti­kel 8 des Grund­ge­set­zes). Die Bür­ger­initia­ti­ven wer­den eine Auf­wei­chung die­ser Bür­ger­rech­te nicht hin­neh­men.

Auch in einem Flug­ha­fen gilt die Demons­tra­ti­ons­frei­heit, so er mehr­heit­lich der öffent­li­chen Hand gehört. Das hat das  Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt bereits ent­schie­den.

Sei­en Sie dabei auf den nächs­ten Demons­tra­tio­nen der Bür­ger­i­ni­ta­ti­ven:

Frei­tag, 17. Februar2012, Inhouse Demo Schö­ne­feld, 18:30 Uhr, Ter­mi­nal A von SXF Schö­ne­feld

Sams­tag, 25. Febru­ar 2012, Groß­de­mo 14 Uhr, Treff­punkt Gedächt­nis­kir­che Kur­fürs­ten­damm

Und immer wie­der mon­tags, 19 Uhr Mon­tags­de­mo auf dem Markt­platz Fried­richs­ha­gen

Und wie immer gilt: Jeder bringt zwei mit.