Bür­ger­initia­ti­ven reich­ten Beschwer­de bei der Euro­päi­schen Komis­si­on ein: Wegen Wett­be­werbs­ver­zer­rung durch wei­te­re Bei­hil­fen für den BER

Gemein­sa­me Pres­se­er­klä­rung
vom Frei­tag, 07. August 2015

Buergerbuendnisse-Logos

Im Auf­tra­ge und mit Unter­stüt­zung der in den Bür­ger­bünd­nis­sen ABB, BVBB e.V. und BüSo orga­ni­sier­ten Flug­lärm­be­trof­fe­nen rund um den BER in Schö­ne­feld haben die Fried­richs­ha­ge­ner Bür­ger­initia­ti­ve (FBI) und der Bür­ger­ver­ein Bran­den­burg Ber­lin e.V. (BVBB e.V.) die Kanz­lei Bau­mann mit der Erar­bei­tung einer Beschwer­de wegen Wett­be­werbs­ver­zer­rung bei der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on beauf­tragt.
Die­se Beschwer­de wur­de am 5. August 2015 bei der Gene­ral­di­rek­ti­on Wett­be­werb der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on durch die Kanz­lei Bau­mann ein­ge­reicht.

Die Bür­ger sind der Ansicht, dass die im Früh­jahr 2015 ange­zeig­ten Zuwen­dun­gen der Gesell­schaf­ter für Bau und Erwei­te­rung des BER in Höhe von wei­te­ren 2,6 Mrd. Euro (1,2 Mrd. EUR wur­den bereits im Jah­re 2012 gewährt) einen mas­si­ven Ver­stoß gegen das Euro­päi­sche Wett­be­werbs­sys­tem dar­stel­len, das den Wett­be­werb inner­halb des Bin­nen­mark­tes vor Ver­fäl­schun­gen schüt­zen soll.

Es ist bis­her kein Bei­spiel bekannt, dass der Bau eines euro­päi­schen Flug­ha­fens mit mehr als 50 % der Inves­ti­ti­ons­sum­me nur durch staat­li­che Bei­hil­fen ermög­licht wur­de.

Erschwe­rend kommt hin­zu, dass bereits bei Bereit­stel­lung der Mit­tel durch renom­mier­te Gut­ach­ter nach­ge­wie­sen wur­de, dass weder eine Ren­di­te auf das bereit­ge­stell­te Kapi­tal zu erwar­ten ist, noch die Flug­ha­fen­ge­sell­schaft durch eige­ne wirt­schaft­li­che Tätig­keit in abseh­ba­rem Zeit­raum in der Lage sein wird, den Kapi­tal­dienst auf die auf­ge­nom­me­nen Dar­le­hen zu leis­ten, geschwei­ge die Dar­le­hen zu til­gen.

Die Gesell­schaf­ter der Flug­ha­fen­ge­sell­schaft – der Bund, Ber­lin und Bran­den­burg – begrün­den ihre Groß­zü­gig­keit des Umgangs mit Steu­er­gel­dern, die fak­tisch an Untreue grenzt, mit der rech­ne­risch nicht nach­voll­zieh­ba­ren Behaup­tung “wie ein markt­wirt­schaft­lich den­ken­der Kapi­tal­ge­ber” zu han­deln.

Bis­her war jedoch kein pri­va­ter Inves­tor bereit, in die­ser wirt­schaft­li­chen Situa­ti­on der Flug­ha­fen­ge­sell­schaft eine Kapi­tal­sprit­ze von 2,6 Mrd. EUR zu gewäh­ren und damit die siche­re Ver­nich­tung sei­nes Gel­des zu ris­kie­ren.

Die Bür­ger sind der Mei­nung, dass man ange­sichts der heu­ti­gen Pro­gno­sen über die wei­te­re Ent­wick­lung des Flug­ver­kehrs in einen Flug­ha­fen an einem geeig­ne­ten Stand­ort inves­tie­ren muss, der erwei­te­rungs­fä­hig ist und des­sen zwangs­läu­fi­ge Belas­tun­gen für Men­schen und Umwelt ange­mes­sen kom­pen­siert wer­den kön­nen, anstatt

  • 1,2 Mil­lio­nen Men­schen zu ver­l­är­men, zu ver­gif­ten, ihr Leben und ihre Gesund­heit zu bedro­hen, sie de fac­to zu zwangs­ent­eig­nen,
  • ein­zig­ar­ti­ge Seen- und Wald­ge­bie­te, die Erho­lungs­flä­chen und Lebens­adern an Trink­was­ser und Frisch­luft für Ber­lin sind, zu ver­nich­ten,
  • ver­ant­wor­tungs­los Mil­li­ar­den öffent­li­cher Gel­der für Fehl­pla­nung und Groß­manns­sucht zu ver­geu­den und
  • das Ent­wick­lungs­po­ten­ti­al für drin­gend benö­tig­ten Wohn­raum einer pro­spe­rie­ren­den Stadt ohne Not mas­siv ein­zu­schrän­ken.

Die Bau­rui­ne BER kann wirt­schaft­lich sinn­voll nach­ge­nutzt wer­den. Pri­va­te Inves­to­ren ste­hen dafür eben­so bereit, wie für den Bau eines Groß­flug­ha­fens für die Haupt­stadt­re­gi­on an einem geeig­ne­ten Stand­ort.

 

Akti­ons­bünd­nis Berlin-Brandenburg (ABB)
Bür­ger­ver­ein Brandenburg-Berlin e.V.
Bünd­nis Süd­Ost gegen Flug­lärm (BüSo)
Fried­richs­ha­ge­ner Bür­ger­initia­ti­ve (FBI)

 

Gemein­sa­me Pres­se­er­klä­rung der Bür­ger­bünd­nis­se als pdf:
2015-07-08_PM EU-BERschwerde Wett­be­werbs­ver­zer­rung

Pres­se­er­klä­rung der Kanz­lei Bau­mann als pdf:
Wett­be­werbs­ver­zer­rung durch wei­te­re Bei­hil­fen für den Flug­ha­fen BER-Kanzlei Bau­mann

 

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