UPDATE: Der gro­ße Meh­do­ri­ni – und Pres­se­mit­tei­lung der Natur­Freun­de Deutschlands/ Lan­des­ver­band Ber­lin e.V.

Meh­dorns Geis­tes­blitz

Wenn das Wört­chen „wenn“ nicht wär,
Wär er in Betrieb, der Ber.

Damit das anders wer­den kann,
Mar­schiert der Meh­dorn jetzt vor­an.
Der Meh­dorn ist ein Spe­zia­list,
Für jede Art von Pla­nungs­mist.

Der Zeit wie immer weit vor­aus,
Beschleu­nigt er mit Saus und Braus.
Wo and­re noch die Klip­pe seh’n,
Ist er schon längst am untergeh’n.

Noch bei der Bahn, mit hal­bem Dach,
Da staun­te man: der ist vom Fach.
Zwar nicht von dem, das bau­en kann,
Sonst wär der Rest vom Dach schon dran.

Nein, er ist Service-Spezialist,
Bei ihm lernt man, was Lei­den ist.
Bei Wind und Wet­ter oben ohne,
Das juckt den Meh­dorn nicht die Boh­ne.

Wenn dann auch noch die S-Bahn steht,
So freut er sich, wie gut das geht.
Bei die­sem Manager-Genie,
Geht Air Ber­lin fast in die Knie.

Mit unge­brems­tem Taten­drang,
Kommt nun­mehr unser Air­port dran.
Kaum steht der Frosch auf sei­ner Lei­ter,
Wähnt er das Wet­ter son­nig hei­ter.

Denn eins und eins ergibt ja zwei,
Bei Tegel-Dauerfliegerei.
Doch Meh­dorns Tegel-Geistesblitz
Genügt noch nicht, das ist kein Witz!

Weil alle Rou­ten ille­gal,
Ist Meh­dorns Plan für­wahr geni­al,

Der Ber, der star­tet rasend schnell
Mit Rund­flug über’m Ter­mi­nal.
Man kommt nicht hin und auch nicht weg,
Doch fliegt das Ding – nur ohne Zweck.

Frit­ze. B. Inco­gni­to

Hokus Pokus Sprint © S. Köpcke
Hokus Pokus Sprint – Der gro­ße Meh­do­ri­ni
© S. Köp­cke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lesen Sie hier­zu auch die Pres­se­mit­tei­lung der Natur­Freun­de Deutsch­lands – Lan­des­ver­band Ber­lin e.V.

Meh­dorn abschal­ten – Flug­ha­fen­tra­gö­die BER been­den!

Natur­Freun­de Ber­lin for­dern Auf­sichts­rat des Flug­ha­fens BER auf, „Dampf­plau­de­rer Meh­dorn“ zu ent­las­sen
Zur aktu­el­len Debat­te über den Flug­ha­fen BER erklärt der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der Natur­Freun­de Ber­lin, Uwe Hiksch:
Es war von Anfang an ein Fehl­griff, den geschei­ter­ten Bahn­ma­na­ger Hart­mut Meh­dorn als ver­meint­li­chen „Ret­ter“ für das geschei­ter­te Flug­ha­fen­pro­jekt BER zu ver­pflich­ten. Herr Meh­dorn hat schon bei der Bahn einen Scher­ben­hau­fen hin­ter­las­sen. Mit sei­ner „Gigan­to­no­mie“ hat er in sei­ner Amts­zeit die Deut­sche Bahn in eine fal­sche ver­kehrs­po­li­ti­sche Rich­tung gelenkt. „Stutt­gart 21“ ist dafür nur das bekann­tes­te Bei­spiel. Seit­dem Herr Meh­dorn als Flug­ha­fen­chef ein­ge­setzt wur­de setzt er die­se Serie an Fehl­pla­nun­gen und Fehl­aus­sa­gen fort: Er per­so­ni­fi­ziert die Kon­zept­lo­sig­keit der Flug­ha­fen­ge­sell­schaft und bläst wie ein „Dampf­plau­de­rer“ täg­lich neue Schnaps­ide­en in die Welt.
Mit sei­nen Vor­schlä­gen, den Flug­ha­fen Tegel auch nach Inbe­trieb­nah­me eines neu­en Haupt­stadt­flug­ha­fens in Betrieb zu las­sen, ver­stößt er gegen Grund­la­gen der Plan­fest­stel­lung für die Flug­ha­fen­pla­nung in Ber­lin. Mit sei­nem Vor­schlag, den Flug­ha­fen BER Zug um Zug in Betrieb zu neh­men und das Nord­pier früh­zei­tig zu nut­zen, igno­riert er vor­lie­gen­de Män­gel­lis­ten am Nord­pier. Ins­ge­samt sind an dem 350 Meter lan­gen Nord­pier 6683 Män­gel auf­ge­lis­tet wor­den, die bis­her in kei­ner Wei­se beho­ben wur­den. 57 Män­gel wur­den dabei als „schwer­wie­gend“ ein­ge­stuft. Eine vor­zei­ti­ge Teil­er­öff­nung wäre des­halb nur unter Umge­hung aller Sicher­heits­an­for­de­run­gen mög­lich.
Mit sei­nen jüngs­ten Aus­füh­run­gen im Abge­ord­ne­ten­haus Ber­lin, dass er über eine drit­te Start­bahn nach­den­ke, wird sei­ne per­sön­li­che Über­for­de­rung wie­der ein­mal über­deut­lich. Hier gibt es zwei Mög­lich­kei­ten: Ent­we­der spricht Herr Meh­dorn ohne vor­her nach­zu­den­ken oder er spricht aus, was von Sei­ten der Flug­ha­fen­pla­nern schon immer vor­ge­se­hen war. Wenn die Aus­sa­gen von Herrn Meh­dorn auf rea­le Über­le­gun­gen der Flug­ha­fen­ge­sell­schaft beru­hen, dann wur­de ein wei­te­res Bei­spiel für die bewuss­te Irre­füh­rung der betrof­fe­nen Bevöl­ke­rung in Ber­lin und Bran­den­burg durch die Aus­sa­gen von Herrn Meh­dorn offen­ge­legt: Von Anfang an haben die Pla­nen­den des Flug­ha­fens die drit­te Start- und Lan­de­bahn vor­ge­se­hen, nur die­se Pla­nun­gen bei der Plan­fest­stel­lung bewusst ver­schwie­gen. Mit viel zu gerin­gen Pas­sa­gier­zah­len wur­den die Geneh­mi­gungs­be­hör­den getäuscht und die betrof­fe­ne Bevöl­ke­rung bewusst belo­gen.
Die Natur­Freun­de Ber­lin for­dern den Auf­sichts­rat des Flug­ha­fen BER auf end­lich zu han­deln und den „Dampf­plau­de­rer Meh­dorn“ vor die Tür zu set­zen. Wir erwar­ten von den Lan­des­re­gie­run­gen ein sofor­ti­ges Mora­to­ri­um für den Wei­ter­bau des Flug­ha­fens. In Zusam­men­ar­beit mit den Bür­ger­initia­ti­ven, Umwelt­ver­bän­den, Ver­kehrs­ver­bän­den und den Betrof­fe­nen muss über eine Neu­kon­zep­ti­on der Flug­ha­fen­po­li­tik für Ber­lin und Bran­den­burg gere­det wer­den.

Unnö­ti­ge Flug­be­we­gun­gen ver­mei­den

Ziel einer nach­hal­ti­gen Flug­ver­kehrs­po­li­tik muss sein, unnö­ti­ge Flug­be­we­gun­gen zu ver­mei­den und mit ord­nungs­po­li­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen den Flug­ver­kehr zu ver­rin­gern. In Ber­lin sind über 20 Pro­zent aller Zie­le von den Ber­li­ner Flug­hä­fen mit der Bahn heu­te schon in unter fünf Stun­den Fahr­zeit erreich­bar, fast 45 Pro­zent aller Ziel in unter sie­ben Stun­den Fahr­zeit. Ins­ge­samt sind etwa ein Drit­tel aller Starts und Lan­dun­gen auf den Ber­li­ner Flug­hä­fen Inlands­flü­ge mit einer kur­zen und mitt­le­ren Distanz. Bei sol­chen kur­zen Distan­zen ist der CO2-Ausstoß des Flug­zeugs etwa sie­ben­mal höher als mit der Bahn.
Die Natur­Freun­de Ber­lin set­zen sich für ein öko­lo­gi­sches und nach­hal­ti­ges Aus­bau­pro­gramm für die Bahn­stre­cken zwi­schen den Metro­po­len ein, in denen auch die öst­li­chen Nach­bar­staa­ten bes­ser als bis­her an das euro­päi­sche Bahn­netz ange­schlos­sen wer­den. Grund­sätz­lich tre­ten die Natur­Freun­de Ber­lin für ein Ver­bot von Kurz­stre­cken­flü­ge unter 800 Kilo­me­tern ein, da hier die öko­lo­gi­schen Schä­den und der Zeit­ge­winn in kei­nem ver­tret­ba­ren Ver­hält­nis ste­hen.

Sofort­maß­nah­men für die Ent­las­tung der Anwoh­ner der Flug­hä­fen

Als Sofort­maß­nah­me erwar­ten die Natur­Freun­de Ber­lin vom Abge­ord­ne­ten­haus Ber­lin und dem Land­tag in Bran­den­burg:
Die sofor­ti­ge Fest­schrei­bung für ein grund­sätz­li­ches Nacht­flug­ver­bot in der Zeit von 22 bis 6 Uhr für alle Flug­hä­fen in Ber­lin und Bran­den­burg.
Eine deut­li­che Redu­zie­rung der Kurz­flü­ge durch eine enge Koope­ra­ti­on mit der Deut­schen Bahn.
Die sofor­ti­ge Ein­stel­lung aller Pas­sa­gier­flü­ge zwi­schen Ber­lin nach Frank­furt und in Zusam­men­ar­beit mit der Deut­schen Bahn AG eine Abwick­lung die­ser Fahr­gast­be­we­gun­gen durch eine Aus­wei­tung des Ange­bots an „ICE Sprin­ter“. Mit dem ICE-Sprinter kön­nen heu­te schon Fahr­ten von Ber­lin nach Frank­furt in 3,5 Stun­den durch­ge­führt wer­den.
Alle Flug­be­we­gun­gen, die sie ein­zig auf öko­no­misch beding­te Luft­trans­por­te zur Zusam­men­füh­rung von Pas­sa­gie­ren einer Flug­ge­sell­schaft bezie­hen, müs­sen durch ein Kon­zept der Zusam­men­ar­beit der ver­schie­de­nen Luft­fahrt­ge­sell­schaf­ten zur Mini­mie­rung von Flü­gen ersetzt wer­den.
Die deut­li­che Erhö­hung der Start- und Lan­de­ge­büh­ren, die sich min­des­tens an den Stan­dards des Flug­ha­fen Frank­furt am Main ori­en­tie­ren.

Uwe Hiksch
Stellv. Lan­des­vor­sit­zen­der Natur­Freun­de Ber­lin